Ist Erkenntnisgewinn möglich?

In den USA läuft zur Zeit eine Diskussion darüber, die giftigen Wertpapiere der Banken in einer bad bank zu bündeln, wobei vorgeschlagen wird, dass der Staat diese Bank mit dem nötigen Geld ausstattet, um diese Wertpapiere zu einem fairen Marktpreis aufzukaufen. Im Grunde wird hier noch einmal das ursprüngliche Konzept von MOAB wieder aufgewärmt. Paul Krugman schreibt hier, warum dieser Vorschlag immer noch sinnlos ist, solange der Staat nicht bereit ist, die Banken, die davon profitieren sollen, zu nationalisieren.

Treasury bekommt Geld geschenkt

Bei der heutigen Auktion von 3-Monats-Treasury-Bills hat das US-Finanzministerium einen Aufschlag bekommen: Pro 100.000$ Anleihe hat sie 100.025,56$ von den Banken bekommen. Dies ist das erste Mal, dass diese Papiere eine negative Rendite erzielen, d. h. dass jemand der US-Regierung Geld für das Privileg gibt, ihre Anleihen halten zu dürfen.

Kommentatoren geben hierfür technische Gründe an, insbesondere die Renovierungsarbeiten an den Bilanzen zum Jahreswechsel. Zudem ist aufgrund der Zentralbank-Liquiditätsprogramme viel Geld bei den Banken, und Flucht in Qualität aus Aktienmärkten usw. setzt sich immer noch fort.

Der gleichzeitig angebotene vierwöchige Wechsel hat eine Rendite von Null erzielt. Angeboten wurden 30 Mrd., die Nachfrage betrug 126 Mrd.

US-Bürgschaften ins Verhältnis gesetzt

Früher war ein Spruch amerikanischer Haushaltspolitiker „Eine Milliarde hier, eine Milliarde dort, und schnell spricht man über eine richtige Menge Geld.“

US-Rettungspakete gegen bisherige nationale Projekte
US-Rettungspakete gegen bisherige nationale Projekte

Sieht so aus, als müsste der Spruch überarbeitet werden.

Quelle: econompicdata.com

Geldpolitikvergleich Simbabwe – USA

Yves Smith hat eine Perle im Bericht der Zentralbank von Simbabwe gefunden:

Here in Zimbabwe we had our near-bank failures a few years ago and we responded by providing the affected Banks with the Troubled Bank Fund (TBF) for which we were heavily criticized even by some multi-lateral institutions who today are silent when the Central Banks of UK and USA are going the same way and doing the same thing under very similar circumstances thereby continuing the unfortunate hypocrisy that what’s good for goose is not good for the gander….

As Monetary Authorities, we commend those of our peers, the world over, who have now seen the light on the need for the adoption of flexible and practical interventions and support to key sectors of the economy when faced with unusual circumstances.

Tja, wer hätte gedacht, dass Simbabwe sich mal geldpolitisch mit den USA vergleichen könnte, und dabei auf den ersten Blick gut abschneidet? Der zweite Blick verrät dann aber, dass quantitative Unterschiede auch auf qualitative Unterschiede hindeuten können:

Between the 10th and the 20th of November, 2008, total fraudulent cheques we intercepted in the clearing system had risen to $60 hexillion ($60,000,000,000,000,000,000,000).

Pünktlich nach der Wahl

stellt das National Bureau of Economic Research fest, dass die USA seit Dezember 2007 in einer Rezession sind. Da bin ich dann doch überrascht – nicht, dass die Rezession erst jetzt festgestellt wird, sondern dass diese Rezession schon ein Jahr alt sein soll.