In einem der ersten Artikel in diesem Blog habe ich beklagt, dass es eine Krise der Kommunikation gäbe. In einer Laudatio in der FAZ erklärt Nils Minkmar, warum Steinbrück in der Krise eine so große Rolle spielt: Nicht, weil er einen Kompetenzvorsprung hätte, oder weil es sich aus seinem Amt ergeben würde, sondern weil er die richtigen Worte findet.
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Willem Buiter wird bescheiden
In diesem Artikel entschuldigt sich Willem Buiter dafür, dass er dachte, die Bank of England wäre feiger oder dümmer (oder beides) als er selbst. Ist das eine Nachricht? Nein, aber ein schönes Beispiel für die Eleganz des Englischen.
Was war der Anlass? Die Bank of England hat heute den Leitzins um 150 Basispunkte gesenkt. Buiter hatte eine solche Senkung empfohlen, aber nicht erwartet. Damit liegt der englische Leitzins übrigens zum ersten Mal unterhalb des Leitzins der EZB, mit 3,0% zu 3,25%. Die EZB heute ebenfalls den Leitzins gesenkt hat, aber nur um 50 Basispunkte.
Schwarzer bekommt den besch…eidensten Job in den USA
Wie The Onion – anerkanntermaßen die zuverlässigste Nachrichtenquelle der USA – berichtet, muss ein Schwarzer Mann namens Barack Obama den stressigsten Job der USA, mit nahezu unüberwindlichen Hürden, geringer Bezahlung und lückenloser öffentlicher Überwachung übernehmen. Fazit des Redakteurs: „It just goes to show you that, in this country, a black man still can’t catch a break.“
Bernanke steigt in den Hubschrauber
Zur Erinnerung: Was ist eine Liquiditätsfalle? Eine Liquiditätsfalle entsteht dann, wenn die Zentralbank die Zinsen auf Null senkt, und die Banken dennoch keine Kredite vergeben. Um sich die Folgen anzusehen, muss man nur die Entwicklung Japans seit 1990 betrachten.
Nach FT Alphaville sind die USA jetzt „offiziell“ in der Liquiditätsfalle: Seit heute werden Überschussreserven der Banken nicht mehr mit einem Abschlag verzinst, sondern zur normalen Target Rate – womit sich der Interbankenmarkt noch weiter abschwächen wird. FT Alphaville sieht dies als ersten Schritt dazu, dass die Zentralbank dazu übergehen wird, die wachsende Staatsverschuldung der USA direkt zu monetarisieren. Was bedeutet dies: Bisher war die Regierung gezwungen, neue T-Bills am Markt zu verkaufen, d. h. die Geldmenge blieb stabil. Jetzt verkauft sie die T-Bills an die Zentralbank, also wächst die Geldmenge mit der steigenden Staatsverschuldung. Zur Zeit ist dass noch kein Problem, weil ja gerade der Einbruch des Interbanken-Geldmarktes deflationär wirkt.
Mehr Hintergrundinformationen gibt es bei Brad DeLong und Paul Krugman.
Und was hat das mit einem Hubschrauber zu tun? Bernanke hat in eine Rede auf das Gedankenexperiment verwiesen, dass im Falle einer Deflation die Zentralbank zur Not Bargeld aus Hubschraubern werfen könnte, um Geld unter das Volk zu bringen.

Links 03.11.
Euromoney über die Probleme, die sich für Hedgefonds daraus ergeben, dass ihre Wertpapiere bei Lehman Brothers eingefroren sind.
The Epicurian Dealmaker erzählt, warum die Zeit der Boni für Investmentbanker wohl endgültig vorbei ist.