Interessante Bemerkung

Bad Boy schreibt in einem Kommentar zu Willem Buiters letztem Artikel (Hervorhebung von mir):

We should not forget that from the European point of view on the economy there is de facto a defined rigid fiscal policy, consequence of the Euro as administered by the ECB. The euro is essentially an external currency for national economies as it cannot be manipulated by any of them. Pressures have to be handled through the implementation of structural reforms and not through short-term manipulation with the instruments of cyclical macroeconomic policy.

Ich denke, dass ist ein Punkt, der in der Diskussion generell zu wenig beachtet wird: Nämlich, dass die Regierungen im Euro-Raum ihre Verschuldungspolitik so ähnlich betreiben müssen, wie ein Land, das z. B. aus Gründen mangelnder geldpolitischer Stabilität sich nicht in der eigenen Währung verschulden kann, wie Argentinien.

Die offensichtlichste Folge ist, dass für diese Regierungen die Option, Staatsverschuldung wegzuinflationieren, nicht autonom gegeben ist, d. h. sie müssten dann entweder den Euroraum verlassen (und dabei einen Tausch der Euro-denominierten Staatsanleihen in die neue nationale Währung vorschreiben) – mit allen negativen Folgen, oder sie müssen die staatliche Insolvenz akzeptieren.

Krugmans Argument für ein koordiniertes Konjunkturpaket

Paul Krugman hat sich eine Serviette und einen Stift genommen, und die Differenz in der Wirksamkeit nationaler Konjunkturpakete in Europa und eines koordinierten Konjunkturpakets berechnet. Der Kern seines Arguments ist, dass bei nationalen Paketen der nationale Import-Anteil am BIP für die Berechnung des Keynes-Multiplikators herangezogen werden muss – im Schnitt 40% – während bei einem koordinierten Rettungspaket der Importanteil der EU insgesamt (also im Außenhandel mit Ländern außerhalb der EU) berücksichtigt werden muss, und der liegt bei 13%. Bei nationalen Paketen liegt der Multiplikator bei 0,73, bei koordinierten Maßnahmen jedoch bei 1,18. D. h. eine Erhöhung der Staatsausgaben um einen Euro steigert das BIP entweder um 0,73 EUR oder um 1,18 EUR.

Außerdem berechnet Krugman einen „Bang-per-Euro“-Faktor (d. h. um wieviel steigt das BIP je zusätzlichem Euro Staatsverschuldung) – wahrscheinlich für Steinbrück der wichtigere Faktor. Und dieser steigt bei einer koordinierten Politik von 1,03 auf 2,23. Mit anderen Worten: Für einen gleichen Effekt muss die Staatsverschuldung nur halb so stark ausgeweitet werden.

Deflation unausweichlich

… schreibt London Banker. Hier die von Yves Smith kommentierte Fassung.

Mögest du in interessanten Zeiten leben!

Die Chinesen wussten schon, warum sie dies als Fluch verwendet haben – einen Überblick über das interessante Jahr 2008 hat Citigroup aufgezeichnet und FT Alphaville hats veröffentlicht.

Wohneigentum macht nicht glücklich

Okay, in den USA dürften zur Zeit wohl die wenigsten Hauseigentümer damit zufrieden sein, sich ein Haus gekauft zu haben. Aber wie Felix Salmon schreibt, gibt es auch sonst keine Hinweise darauf, dass Wohneigentum tatsächlich das Wohlbefinden steigert.