Eine sehr persönliche Geschichte eines Wirtschaftsredakteurs der New York Times, der in die amerikanische Schuldenfalle aus Subprime-Hypothekenkredit, Kreditkarten-Zinsen und Konsumwünschen geraten ist, obwohl er es hätte besser wissen müssen
How could a person who wrote about economics for a living fall into the kind of credit-card trap that consumer groups had warned about for years?
Wer glaubt, Kreditkrisen wären eine Erfindung des 21., des 20. oder auch des 19. Jahrhunderts, sieht sich getäuscht: Wie 2 Historiker und 1 Finanzmarktökonom festgestellt haben, hat auch der Zusammenbruch der Ricciardies – italienische Finanziers des englischen Königs Edwards des 1. – bemerkenswerte Kennzeichen eines Credit Crunch neuerer Prägung.
Allgemein wird ja angenommen, dass die Subprime-Krise dadurch ausgelöst wurde, dass nicht-kreditwürdige Menschen von den Banken Hypothekenkredite angeboten bekommen haben, und dass diese Kredite dann notleidend wurden, als die Hauspreise nicht mehr gestiegen sind.
Wie der Blog rortytomb bemerkt, kommt die Fed Boston allerdings in einer Untersuchung des Immobilien-Marktes von Massachussats zu dem Schluss, dass gut 60% der notleidenden Subprime-Hypotheken ursprünglich Prime-Hypotheken waren. Anders formuliert: Über die Hälfte der Insolvenzen im Subprime-Segment – 28% aller insolventen Hypotheken – betreffen Kreditnehmer, die ursprünglich als zahlungsfähige, „normale“ Kreditnehmer eine Hypothek aufnehmen konnten, und erst im Laufe der Zeit runtergestuft wurden. Außerdem: Diese Insolvenzen sind nicht Folge des neugeschaffenen Marktes für Subprime-Hypotheken – mit der Möglichkeit, auf Subprime umzuschulden sind diese Insolvenzen nur hinausgezögert worden. Dies erklärt auch, warum zu Beginn der Krise die erwarteten Insolvenzen im Segment von Alt-A und Prime geringer als erwartet ausgefallen sind, was dann zur trügerischen Hoffnung auf eine sanfte Landung des Immobilienmarktes führte.
Taleb hat zehn Prinzipien formuliert, die das Finanzsystem robust gegen unvorhersehbare Schocks machen sollten. Felix Salmon und Yves Smith sind sich einig, dass diese Prinzipien notwendig sind, aber letztendlich nicht umgesetzt werden können.