Selbstheilung des Marktes möglich

Es gibt die Selbstheilungskräfte des Marktes, nur ist das Problem, dass diese Selbstheilung länger dauert und mehr kostet, als eine staatlich unterstützte Lösung der Krise (so ähnlich wie es auch für die Pest in Europa eine natürliche Lösung gab, würden erst einmal die meisten Banken pleite gehen, mit ihnen große Teile der Wirtschaft und der Konsumenten, und erst nachdem all diese Insolvenzen abgewickelt würden, würde die Wirtschaft wieder auf die Beine kommen). Das Problem des Bankensystems besteht darin, dass dieses nur so lange stabil ist, so lange alle wesentlichen Marktteilnehmer darauf Vertrauen, dass das System stabil ist (es handelt sich also in zweierlei Hinsicht um selbsterfüllende Prophezeiungen: Glauben alle an das System, überlebt es, zweifeln alle am System, stirbt es). Insofern kann es ja auch keine Zweifel daran geben, dass der Staat das Recht und die Pflicht hat, durch Regulierungen destabilisierende Elemente zu beschränken. Das Problem war ja, dass die Verbriefungen (Asset Backed Securities) allgemein als stabilisierend angesehen wurden, da sie eine bessere Streuung des Risikos erlauben würden. Dies wäre in einem gewissen Sinne auch der Fall gewesen, wenn das Risiko, dass in den Verbriefungen steckt, auch tatsächlich aus dem Bankensystem herausgekommen wäre (also z. B. bei Staatsfonds oder großen Versicherungen platziert worden wäre). Tatsächlich haben sich aber die Banken nur die Verbriefungen hin- und hergeschoben.

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