HRE-Rettung erst einmal gescheitert

Neulich habe ich über Krisenkommunikation geschrieben – scheint so, als würde HRE selbst in Existenznot nicht in der Lage sein, mit offenen Karten zu spielen – wurde doch bisher von „nur“ 35 Mrd. € Finanzbedarf bis Ende 2009 gesprochen. Jetzt hat die Deutsche Bank anscheinend das Offensichtliche gemacht, und im letzten Quartalsbericht nachgeschaut – wie dies auch Jens-Martin Feddersen getan hat – und festgestellt, dass allein bis Ende 2008 43 Mrd. € fällig werden. Konsequenterweise haben die Privatbanken ihr Hilfsangebot zurückgezogen.

Damit gibt es in Deutschland eine Bank, die von den Verbindlichkeiten her so gross ist wie Lehman Brothers, und nach den Erfahrungen der letzten zwei Wochen ist wohl der politische Wille, eine weitere Bank dieser Größe pleitegehen zu lassen etwas geringer geworden.

Mittlerweile betonen Deutsche Bank und Commerzbank, dass sie ausreichend Liquidität haben. Die Frage ist, ob dies wirklich beruhigend ist, denn mangelnde Liquidität war dank EZB bisher schon nicht das Problem – und in Bezug auf das Eigenkapital gab es keine beruhigenden Nachrichten.

Wie der nächste Schritt aussehen wird, steht noch in den Sternen, aber in Bezug auf den übernächsten Schritt – Anpassung der Regularien – gibt es bei der FTD einen Vorschlag, der die Bankmanager in die persönliche Haftung nehmen will. Die Überschrift: „Harz IV für blöde Banker“.

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